Rosazea
Rötungen, geweitete Äderchen auf den Wangen, der Nase und am Kinn, Irritationen und Spannungsgefühle... Ist das alles nur empfindliche Haut oder steckt etwas anders dahinter? Lesen Sie über Rosazea und Couperose, eine Art Vorstadium der Rosazea. Mit etwas Geduld und richtiger Pflege lässt sich diese Erkrankung in den Griff bekommen. Künftige Entzündungen können unterdrückt werden.
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Was genau ist Rosazea?
Rosazea ist eine chronische entzündliche Erkrankung, unter der ungefähr 10 % der Menschen rund um die Welt leiden. Was sind ihre Symptome? Markante und andauernde Rötungen der Gesichtshaut als Folge von geweiteten und geplatzten Äderchen im Gesicht. Die Haut ist überempfindlich und entzündet, sie brennt und fühlt sich trocken an und spannt.



Was ist Couperose?
Couperose bzw. Kupferfinnen ist ein ähnlicher hypersensitiver Zustand der Haut. Nicht selten handelt es sich um ein Vorstadium der Rosazea. Bei plötzlicher Temperaturänderung – zum Beispiel wenn man von draußen kommt oder bei Stress – wird die Haut rot. Insgesamt ist das aber ein milderer Zustand als bei Rosazea.
Man sieht feine rote Äderchen im Gesicht, die sich nach dem Ausweiten nicht so schnell wieder zusammenziehen wie bei gesunder Haut. Diese Rötungen dauern einige Minuten bis Stunden. Die Haut reagiert schnell gereizt – besonders bei ungeeigneten Kosmetikprodukten.
Rosazea × Couperose
Wie unterscheidet man Rosazea von Couperose? Bei Couperose ist die Haut zwar empfindlich, aber nicht entzündet. Bei Rosazea dauert die Rötung monatelang und in manchen Fällen ist sie sogar unumkehrbar. Häufig wird sie beim Essen von gewürzten Speisen oder beim Trinken von heißem Kaffee ausgelöst.
Einige Fachleute halten Couperose für eine gesonderte Diagnose, andere hingegen für ein Anfangsstadium der Rosazea. Wie auch immer – auch Couperose sollten Sie niemals unterschätzen. Greift man rechtzeitig ein, indem man den Lebensstil und die Kosmetikroutine entsprechend anpasst, kann die Haut nicht selten wieder normal funktionieren.
Kosmetik bei Couperose und geweiteten Äderchen
Arten von Rosazea
Rosazea kann das Gesicht in mehreren Formen treffen. Auch deshalb ist es manchmal schwer, sie rechtzeitig zu identifizieren und als solche zu behandeln. Ein Mensch kann zudem unter mehreren Typen der Rosazea gleichzeitig leiden.
Typ 1: Rötungen und sichtbare geplatzte Äderchen im Gesicht
Bei dieser Art von Rosazea sieht man „lediglich“ Rötungen. Die Hautkapillaren ziehen sich nicht so schnell zusammen wie bei normaler Haut. Solche durch eine zu schnelle Durchblutung der Gesichtshaut entstandenen Rötungen können Tage, Wochen oder gar Monate anhalten.
Typ 2: Entzündungen und Pusteln
Dieser Typ wird manchmal auch als „Acne rosacea“ bezeichnet. Auf der Haut zeigen sich akneähnliche Papeln und Pusteln, die erhaben und entzündet sind und deren Umgebung stark gerötet ist. Im Unterschied zur normalen Akne wird der Zustand nicht von Komedonen (verstopften Poren) oder Mitessern begleitet.
Typ 3: Rosazea, die die Augen betrifft
In seltenen Fällen greift Rosazea die Augen an. Die Kapillaren in den Augen sind geweitet und platzen – die Augen sind gerötet, gereizt und trocken. Rund um die Augen können Blutergüsse auftauchen. Diese Form muss dringend und schnellstmöglich ärztlich behandelt werden, denn im äußersten Fall kann das Sehvermögen gestört werden.
Typ 4: Rosazea auf der Nase und wucherndes Gewebe
In sehr schweren und nicht behandelten Fällen kann Rosazea infolge von wiederholten Entzündungen zu Wucherungen im Gesicht, am häufigsten an der Nase, führen. Das sogenannte Rhinophym zeichnet sich durch dauerhafte Rötung aus. Die Nase ist vergrößert und mehr oder weniger stark verformt.
Auslöser und Risikofaktoren
Folgende Situationen führen zur Entflammung, verursachen unangenehme Gefühle und verschlechtern die Rötungen sowie die Entzündungen. Wenn man weiß, was Rosazea verschlimmern kann, ist man in der Lage, einiges dafür zu unternehmen, dass der Zustand besser wird.






Die besten Kosmetikprodukte bei Rosazea
Verzichten Sie auf Kosmetikprodukte mit Duft- und Farbstoffen, essenziellen Ölen und starken Wirkstoffen. Wenden Sie nur schonende Produkte an, die für Menschen mit Rosazea bestimmt sind. Empfehlenswerte Ingredienzen sind Ceramide und Azelainsäure, da sie die gestörte Hautbarriere stärken und Entzündungen der Haut beruhigen.
Die richtigen Kosmetikprodukte erkennen Sie auch daran, dass sie sich nach der Anwendung auf der Haut angenehm und kühlend anfühlen. Ungeeignete Kosmetikprodukte lösen hingegen Brennen und ähnliche Missempfindungen aus.
Skincare-Routine Schritt für Schritt erklärt
Bei Rosazea sollte man auf eine möglichst einfache und schonende Skincare-Routine setzen.
1. Schonend reinigen:
Vergessen Sie Methoden wie Double Cleansing oder Peeling. Greifen Sie zu schonend reinigenden Produkten, die die Haut weder austrocknen noch irritieren.
Reinigungsprodukte für die empfindliche Haut
2. Beruhigende Gesichtscreme gegen Rötungen:
Feuchtigkeitsversorgung ist bei empfindlicher Haut ein Muss, aber allein für sich reicht sie nicht aus. Die besten Cremes bei Rosazea sollten auch die Hautbarriere stärken, Rötungen lindern und Irritationen beruhigen. Suchen Sie nach Produkten mit Ceramiden und eventuell, falls Ihre Haut nicht protestiert, auch mit Niacinamid.
Cremes gegen Rötungen
3. Produkte mit Lichtschutzfaktor jeden Tag anwenden.
Mineralische Breitband-Sonnenschutzprodukte sind unumgänglich, denn die UV-Strahlung stellt bei Rosazea eine ernsthafte Gefahr dar. Klassische „chemische“ LSF-Produkte können die sehr sensible Haut reizen und mehr schaden als nutzen.
Schonende LSF-Cremes
4. Korrigierende Cremes verbessern das Selbstbewusstsein:
Wenn Sie Ihre Rötungen kaschieren wollen, greifen Sie zu speziellen getönten Cremes, die speziell für Hauttypen mit Couperose oder Rosazea entwickelt wurden. Sie enthalten Pigmente, die Rötungen abdecken, ohne die Haut zu reizen.
Getönte Cremes
Rosazea in den Griff bekommen Den Besuch beim Arzt nicht hinauszögern
Falls Sie das Gefühl haben, Symptome von Rosazea oder Couperose entdeckt zu haben, sollten Sie umgehend einen Besuch beim Hautarzt einplanen. Dabei erfahren Sie, welche Produkte und Techniken in Ihrem Fall am besten wirken. Der Hautarzt kann Ihnen rezeptpflichtige Medikamente verschreiben oder empfehlen, geplatzte Äderchen mit Laser- oder IPL-Behandlungen entfernen zu lassen.
Mythen rund um Rosazea
Mythos Nr. 1: Rotes Gesicht und Knollennase seien typisch für Alkoholkranke. Alkohol kann zwar Zeichen der Rosazea verschlechtern, ist aber weder die Ursache noch die Voraussetzung für die Entstehung von Rosazea. Schlimm genug, dass solche Probleme im Gesicht das Selbstbewusstsein massiv beeinträchtigen können – aber dieser schädliche Mythos macht das Ganze noch schlimmer.
Mythos Nr. 2: Rosazea sei ansteckend. Ist Rosazea infektiös? Nicht mal ansatzweise! Bisher ist es noch nicht gelungen, die genaue Ursache für diese Erkrankung herauszufinden. Klar ist, dass der Phototyp und genetische Veranlagung die wichtigste Rolle spielen.
Mythos Nr. 3: Gegen Rosazea könne man nichts machen. Das gilt schon lange nicht mehr. Auch wenn Rosazea nicht heilbar ist, können Maßnahmen wie der Besuch beim Hautarzt, die Kenntnis von Auslösern und die Auswahl der richtigen Kosmetik die Symptome der Erkrankung unter Kontrolle bekommen und dafür sorgen, dass sich der Zustand nicht weiter verschlechtert.



















































